Dragon Dance
Teacher Training
Funktionelle Anatomie, Meridiane, Yogaphilosophie und Kreativität in der Bewegung
200 Stunden
Das Dragon Dance Teacher Training ist ein umfassendes Ausbildungsprogramm mit 200 Stunden. Es eröffnet einen eigenständigen Zugang zur dynamischen Yogapraxis: Freiheit und Kreativität in der Bewegung verbinden sich mit funktioneller Anatomie, Biomechanik, traditioneller chinesischer Medizin und Yogaphilosophie.
Das Programm richtet sich an Yogalehrende und engagierte Praktizierende. Du vertiefst dein Verständnis dynamischer Yogapraxis, entwickelst deine Kreativität und lernst, stimmige Yogasequenzen selbstständig zu gestalten und zu unterrichten.
Im Unterschied zu Ansätzen, die vor allem vorgegebene Sequenzen vermitteln, setzt diese Ausbildung bei den Prinzipien der Bewegung an: Wie entsteht Bewegung, wie entwickelt sie sich weiter und wie lässt sie sich zu einem stimmigen Ganzen verbinden?

Funktionelle Anatomie und Biomechanik der Bewegung
Die anatomische Arbeit folgt dem funktionellen Yoga-Ansatz von Paul Grilley. Im Mittelpunkt stehen Skelettvariationen, individuelle anatomische Unterschiede sowie Zugspannung und Kompression.
In Vorträgen, anatomischen Analysen und praktischen Übungen untersuchen wir die Stabilität und Mobilität der Gelenke, die Biomechanik der Bewegung und unterschiedliche Bewegungsebenen. Wir fragen, wie der Körperbau dynamische Yogahaltungen und die Übergänge zwischen ihnen beeinflusst.
Du lernst, Sequenzen auf unterschiedliche Körper und individuelle funktionelle Möglichkeiten abzustimmen. Dabei unterscheiden wir zwischen einem ästhetischen und einem funktionellen Yoga-Ansatz.
Meridiane und Fünf-Elemente-Lehre
Ein weiterer Schwerpunkt sind das Meridiansystem und die Fünf-Elemente-Lehre der traditionellen chinesischen Medizin.
Du lernst Yin und Yang, die Fünf-Elemente-Lehre (Wu Xing) und die Beziehungen zwischen Meridianen und den Funktionskreisen der inneren Organe (Zang-Fu) kennen. Wir betrachten außerdem die traditionellen Deutungen ihrer Zusammenhänge mit körperlichem und emotionalem Erleben.
Im Dragon Dance erproben wir diesen meridianbezogenen Ansatz in der Praxis. Wir untersuchen, wie sich Bewegungen, Richtungen und Sequenzen auf das traditionelle Meridianmodell beziehen lassen. Die Fünf-Elemente-Lehre dient dabei als möglicher thematischer Rahmen für die Gestaltung dynamischer Yogapraxis.
Yogaphilosophie
Wir beschäftigen uns mit den historischen und philosophischen Grundlagen des Yoga, mit klassischen Texten und verschiedenen Richtungen yogischen Denkens. So vertiefst du dein Verständnis der Traditionen, aus denen die heutige Yogapraxis hervorgegangen ist.
Dabei fragen wir immer auch nach der Bedeutung philosophischer Lehren für den Alltag und die Yogapraxis. Philosophie ist hier mehr als eine Sammlung alter Ideen. Sie regt dazu an, über das eigene Handeln, den Umgang mit anderen, Aufmerksamkeit und Verantwortung nachzudenken und darüber, wie wir leben und unterrichten.
Pranayama, Atmung und Meditation
Die Atmung begleitet die dynamische Yogapraxis und wird zugleich als eigenständiges Thema untersucht.
In Theorie und Praxis lernst du verschiedene Pranayama-Techniken, ihre traditionellen Grundlagen und heutige physiologische Erklärungsansätze kennen. Wir untersuchen, wie Atmung und Bewegung zusammenwirken, wie sie den Rhythmus und die Intensität der Praxis beeinflussen und wie sich Atemtechniken in verschiedenen Phasen einer Yogastunde einsetzen lassen.
Meditation und das Schulen der Aufmerksamkeit gehören zur persönlichen Praxis ebenso wie zur Ausbildung. Du lernst Inhalte kennen, die du auch in deinen eigenen Unterricht aufnehmen kannst.
Kreativität in der Bewegung und Unterrichtsmethodik
Ein zentrales Ziel ist, Dragon-Dance-Sequenzen eigenständig gestalten und unterrichten zu können.
Wir erforschen, wie sich einzelne Asanas verbinden lassen und wie Übergänge, Richtungswechsel und Wechsel der Bewegungsebene gestaltet werden können. Dabei betrachten wir die Rolle von Rhythmus, Atmung und Kontinuität in der dynamischen Praxis.
Zur Unterrichtsmethodik gehören eine klare Kommunikation und die Anpassung an unterschiedliche Erfahrungsstufen. Du übst, Teilnehmende aufmerksam zu beobachten und zu verstehen.
Du lernst nicht nur bestehende Dragon-Dance-Sequenzen. Du erwirbst auch das Wissen, um eigene, anatomisch durchdachte und inhaltlich stimmige Praxiseinheiten zu entwickeln.
Was zeichnet diesen Ansatz aus?
Dragon Dance ist mehr als eine Folge von Yogahaltungen oder eine Choreografie zum Auswendiglernen. Entscheidend ist, die Prinzipien zu verstehen, nach denen Bewegungen entstehen, sich entwickeln und zu einem sinnvollen Ganzen verbinden lassen.
Funktionelle Anatomie, Biomechanik, traditionelle chinesische Medizin, Yogaphilosophie, Pranayama und Unterrichtsmethodik bilden gemeinsam eine breite theoretische und praktische Grundlage für die fachliche Entwicklung von Yogalehrenden.
Das Wissen aus der Ausbildung lässt sich auch in Vinyasa Yoga, Power Yoga und anderen dynamischen Stilen anwenden. Es bereichert die eigene Praxis, hilft dir, den Körper besser zu verstehen, und lässt sich im Alltag nutzen.
Am Ende sollen Lehrende verstehen, was sie vermitteln, und ihren eigenen Yoga-Ansatz mit Wissen, Sicherheit und kreativer Freiheit entwickeln können. Es geht nicht darum, dass alle auf dieselbe Weise unterrichten.
Für wen ist die Ausbildung gedacht?
Die Ausbildung richtet sich an Yogalehrende verschiedener Stile, die ihr Fachwissen erweitern, Sequenzen kreativer gestalten und dynamische Yogapraxis genauer verstehen möchten.
Auch engagierte Praktizierende mit entsprechender Yoga-Erfahrung sind willkommen. Du kannst hier die anatomischen, philosophischen und praktischen Grundlagen des Yoga systematisch vertiefen.
Aufbau der Ausbildung
Das Programm umfasst 200 Ausbildungsstunden in thematischen Einheiten. Sie verbinden Vorträge, praktische Arbeit, anatomische Analysen, persönliche Praxis und Unterrichtsmethodik.
Neben dem Programmleiter unterrichten in einzelnen Bereichen Gastdozenten mit Schwerpunkten in Pranayama, Yoga-Therapie und Vinyasa Yoga.